Wer seine Seite vor Jahren in einem Baukasten zusammengeklickt hat und jetzt weg will, stellt meistens die falsche Frage zuerst. Nicht „war der Baukasten ein Fehler" entscheidet, sondern: Was davon gehört dir, und was hast du nur gemietet? Die Antwort fällt bei jedem Punkt anders aus. Hier stehen sie der Reihe nach, damit du vor dem Kündigen weißt, was du noch herunterladen musst.
In so einem Baukasten hängt dreierlei zusammen, das nichts miteinander zu tun hat: deine Inhalte, die Adresse, unter der man sie findet, und das Programm, das beides anzeigt.
Die Inhalte sind deine. Die Adresse kann deine sein, muss aber nicht. Das Programm ist nie deines. Genau daraus entstehen die Überraschungen beim Umzug.
Das ist der teuerste Punkt, wenn er schiefgeht, und der einfachste, wenn du ihn rechtzeitig anschaust. Eine Domain hat immer einen eingetragenen Inhaber. Steht dort dein Betrieb, kannst du sie mitnehmen, wohin du willst. Steht dort dein Anbieter oder der Bursche, der die Seite damals gemacht hat, musst du fragen – und das Fragen läuft besser, solange du noch zahlender Kunde bist.
Der Griff für dich: Ruf im Anbieter-Menü die Domain-Einstellungen auf und such nach dem Wort Inhaber oder Domaininhaber. Findest du es nicht, schreib eine Mail mit genau einer Frage: Auf welchen Namen ist meine Domain registriert, und wie bekomme ich sie zu einem anderen Anbieter? Die Antwort brauchst du schriftlich, nicht am Telefon.
Bei uns läuft die Domain immer auf den Namen des Betriebs. Nicht aus Großzügigkeit, sondern weil du uns sonst nicht hinauswerfen könntest, ohne deine Adresse zu verlieren.
Die Texte hast du geschrieben oder bezahlt, die gehören dir. Nur liegen sie in einer Datenbank, auf die du nach dem letzten Zahltag oft nicht mehr hinaufkommst.
Also vorher hinunterholen, und zwar von jeder einzelnen Seite. Am schnellsten geht es, wenn du jede Seite im Browser öffnest, alles markierst und in ein Dokument kopierst. Eine Seite pro Überschrift, damit du später weißt, was wohin gehörte. Wer es genauer mag, druckt jede Seite zusätzlich als PDF – dann siehst du auch die Reihenfolge und weißt, wie es ausgeschaut hat.
Vergiss dabei die Seiten nicht, die im Menü gar nicht vorkommen: Impressum, Datenschutz, Anfahrt, eine alte Aktionsseite. Die sind oft die einzigen, auf denen Öffnungszeiten oder eine Bankverbindung stehen.
Bilder mit der rechten Maustaste von der eigenen Seite zu speichern, ist der Weg, der am Ende weh tut. Was dort liegt, ist eine fürs Web verkleinerte Fassung. Auf einer neuen Seite mit größeren Bildflächen wird die unscharf, und drucken kannst du sie schon gar nicht.
Schau zuerst, ob du die Originale noch hast: am Rechner, auf der Kamera-Karte, beim Fotografen. Wenn nicht, such im Baukasten den Medien- oder Dateibereich. Dort liegen die Dateien meist so, wie du sie hochgeladen hast, und lassen sich einzeln herunterladen.
Die zweite Frage bei Bildern hat nichts mit der Technik zu tun: Gehören sie dir überhaupt? Fotos, die im Baukasten schon dabei waren, hast nicht du hochgeladen. Ob du die auf einer anderen Seite weiterverwenden darfst, hängt an der Lizenz, unter der sie dort liegen. Frag das nach, bevor du sie mitnimmst. Bei Bildern von einem Fotografen steht es im Vertrag; was du dort klären solltest, haben wir in einem eigenen Artikel aufgeschrieben.
Hier kommt die Enttäuschung, also gleich vorweg: Die Vorlage, in der deine Seite steckt, bleibt dort. Sie gehört dem Anbieter, sie ist Teil dessen, was du monatlich zahlst, und sie läuft auch technisch nur in dessen Programm.
Das ist weniger schlimm, als es klingt. Eine Vorlage, die in fünf Minuten ausgewählt war, ist selten das, wofür ein Betrieb trauert. Was du wirklich verlierst, ist die Arbeit, die du hineingesteckt hast – und die steckt in den Texten und Bildern, die du dir ja gerade gesichert hast.
Deine Seiten haben Adressen, die es nach dem Umzug so nicht mehr gibt. /meine-leistungen/ heißt neu vielleicht /leistungen. Die alte Adresse steht aber weiter in Google, in Branchenverzeichnissen, in einem Facebook-Beitrag von 2023 und auf einem Flugblatt, das noch irgendwo hängt.
Wer darauf klickt, landet nach dem Umzug auf einer Fehlerseite und ist weg. Das Unangenehme daran: Es meldet sich nichts. In keiner Fehlerliste steht etwas, weil Google solche Adressen weiter als vorhanden führt. Sie stehen einfach in den Suchergebnissen und führen ins Leere.
Deshalb gehört vor den Umzug die Liste der alten Adressen gesichert. Zwei Wege, beide ohne Fachwissen: Ruf deinbetrieb.at/sitemap.xml im Browser auf – dort stehen sie meistens alle untereinander. Oder fotografier im Baukasten die Seitenübersicht ab.
Die Faustregel, die du dir merken kannst: Gibt es eine alte Seite heute unter einem anderen Namen? Dann muss die alte Adresse auf genau diese neue Seite weiterleiten. Gibt es sie inhaltlich gar nicht mehr, darf sie ruhig eine ehrliche Fehlerseite sein. Was du nicht machen solltest, ist alles pauschal auf die Startseite zu werfen – Google wertet das als vorgetäuschte Seite, und der Besucher steht trotzdem woanders, als er wollte.
Dieser Punkt hat mit dem Baukasten nichts zu tun, sondern mit der Domain, und er ist der einzige, bei dem ein Fehler richtig teuer wird. Wenn deine Mailadresse auf deiner eigenen Domain läuft, wird sie beim Umzug mitbewegt, ob du willst oder nicht.
Bei uns gilt: Beim Umzug darf die E-Mail nie brechen. Was vorher gesichert gehört und welche zwei Stellen fast immer hängen, steht ausführlich im Artikel Website-Umzug ohne E-Mail-Ausfall. Lies den, bevor jemand irgendwo etwas umstellt.
Das alles kannst du selber machen, bevor du überhaupt mit jemandem redest. In dieser Reihenfolge:
Erstens: Schriftlich klären, auf wessen Namen die Domain läuft. Zweitens: Von jeder Seite den Text in ein Dokument kopieren, die versteckten Seiten inklusive. Drittens: Bilder in Originalgröße heraussuchen oder herunterladen. Viertens: Die Liste der alten Adressen sichern. Fünftens: Aufschreiben, wo deine Mailadressen liegen.
Danach kannst du kündigen, ohne dass dir etwas abhandenkommt. Und du kannst jedem Anbieter, mit dem du sprichst, fünf Dinge auf den Tisch legen, statt fünf Fragen beantworten zu müssen.
Es gibt Betriebe, für die ein Umzug nichts bringt, und wir sagen das lieber, bevor jemand Geld ausgibt.
Wenn deine Seite aus einer Seite besteht, auf der Adresse, Öffnungszeiten und eine Telefonnummer stehen, und du sie zweimal im Jahr selber änderst – dann tut es der Baukasten. Wenn du seit Jahren zufrieden bist, die Seite am Handy gut ausschaut und niemand wegen ihr nicht anruft, auch.
Interessant wird der Wechsel dort, wo die Seite Arbeit abnehmen soll statt nur dazustehen: Anfragen, die sortiert hereinkommen, Termine, Inhalte, die in der KI-Suche gefunden werden. Und dort, wo du nach Jahren draufkommst, dass dir die Adresse, unter der dich alle kennen, gar nicht selber gehört.
Wenn du gerade davorstehst: Im kostenlosen 15-Minuten-Erstgespräch schauen wir uns gemeinsam an, was bei dir mitgeht und was nicht. Das kostet nichts und du musst danach nichts bei uns machen. Wie wir Websites bauen, steht auf der Seite zu WebKI. Die Domain läuft bei uns immer auf den Namen des Betriebs.
Übrigens: Warum Texte und Öffnungszeiten, die nur als Bild auf einer Seite stehen, für eine Maschine gar nicht existieren, steht im Artikel In der KI-Suche gefunden werden.