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Werbevideo für kleine Betriebe: was es wirklich braucht

Von Joachim Guttenberger · 16. September 2026 · aktualisiert am 5. November 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Die meisten Gespräche über ein Werbevideo fangen bei der Technik an. Welche Kamera, welche Drohne, wie viele Minuten. Das ist der kleinste Teil. Die Sachen, an denen so ein Video im Alltag wirklich hängt, stehen in keinem Angebot: wer vor der Linse steht, wer die Musik aussucht und was im dritten Monat passiert. Hier steht alles, damit du es bei jedem Anbieter abfragen kannst – und bei uns auch.

Ohne Leute aus dem Betrieb gibt es kein Reel

Das ist der eine Punkt, an dem wir unangenehm sind. Ein Video von einem leeren Betrieb schaut sich niemand an. Es braucht Menschen: eine Hand, die etwas macht, ein Gesicht, das etwas erklärt, jemanden, der durch die Werkstatt geht.

Deshalb gehört zu jedem Drehtermin, dass Mitarbeiter oder du selbst verfügbar seid. Nicht den ganzen Tag, aber verlässlich. Wer das am Morgen des Drehtags zum ersten Mal hört, hat einen Betrieb voller Leute, die gerade dringend woanders sein müssen.

Der Griff für dich: Bevor du einen Drehtermin fixierst, frag zwei Leute persönlich, ob sie an dem Tag zwanzig Minuten vor die Kamera gehen. Sagen beide nein, verschiebst du besser den Termin als das Gespräch.

Was ein halber Drehtag tatsächlich ist

Ein halber Drehtag heißt bei uns: Wir kommen zu zweit in den Betrieb, während gearbeitet wird. Nicht ins Studio, nicht mit nachgestellten Szenen. Die Alina fotografiert, ich mache die Videos dazu.

Dass wir immer zu zweit kommen, hat einen Grund und einen Preis. Der Grund: Foto und Video gleichzeitig geht nicht allein, und nachgestellte Bilder erkennt jeder. Der Preis: So ein Drehtag kostet auch uns zwei Leute, deshalb nehmen wir nur eine Handvoll Betriebe in die laufende Betreuung. Wenn wir absagen, ist das keine Verhandlungstaktik.

Handy oder große Kamera – und wann das einen Unterschied macht

Hier wird oft unscharf geredet, also sagen wir es deutlich: In unseren zwei kleineren Stufen wird mit dem Handy gedreht. Die große Ausrüstung – Kamera, Gimbal, Licht, Funkmikro – steckt erst in der größten Stufe.

Das ist keine Sparversion, sondern eine Entscheidung darüber, wo das Video landet. Für ein Reel, das jemand am Handy in einer hochkanten Zeitleiste anschaut, ist ein gutes Handybild vollkommen ausreichend. Der Unterschied wird dort sichtbar, wo es dunkel ist, wo jemand länger spricht oder wo das Video auf einer Website im Kopf der Seite läuft.

Frag also nicht „welche Kamera", sondern: Wo soll das Video laufen? Aus der Antwort ergibt sich die Ausrüstung, nicht umgekehrt.

Die Musik: ausgesucht oder selbst in der App

Das überrascht am meisten, also steht es hier ausführlich. Reels leben zu einem guten Teil vom Ton. Genau bei dem Ton haben Unternehmenskonten auf Instagram ein Problem: An die meisten Trend-Sounds kommen sie nicht heran. Was auf einem privaten Konto wählbar ist, fehlt auf dem Betriebskonto.

Wir lösen das auf zwei Arten, und du suchst dir aus, welche. Entweder wählen wir 10 bis 20 frei verwendbare Stücke aus, die zu deinem Betrieb passen und auf Instagram und allen anderen Kanälen veröffentlicht werden dürfen. Oder wir liefern ohne Musik, und du legst den Ton beim Posten direkt in der App drauf, dort, wo dein Konto sieht, was es verwenden darf.

Schnitt und Rhythmus sind in beiden Fällen darauf gebaut, dass ein Ton dazukommt. Ohne ausgesuchte Musik heißt das aber auch: „fertig zum Posten" ist es erst, wenn du in der App zwei Handgriffe machst. Wer dir ein Reel verkauft und das nicht dazusagt, verkauft dir eine Dreiviertellösung.

Was niemand zusagen kann: Reichweite

Wenn dir jemand Aufrufe, Reichweite oder „Viralpotenzial" verspricht, weißt du genug. Niemand kann das zusagen, weil niemand den Algorithmus kennt und niemand weiß, was in der Woche deines Postens sonst noch passiert.

Was man zusagen kann, ist die Machart: hochkant, die erste Sekunde trägt, Untertitel dabei, jede Szene auch quer vorhanden. Und was man liefern kann, ist eine Menge: so und so viele fertige Stücke im Monat, in diesen Formaten, mit diesen Rechten. Das ist überprüfbar. Ein Aufrufversprechen ist es nicht.

Die fünf Fragen an jeden Video-Anbieter – auch an uns. 1. Wie viele fertige Stücke halte ich nach dem Dreh in der Hand, in welchen Formaten? 2. Wer muss aus meinem Betrieb vor die Kamera, und wie lang? 3. Kommt Musik mit, oder lege ich den Ton selbst drauf? 4. Darf ich die Aufnahmen überall und unbefristet verwenden, oder wird nach Zweck und Dauer nachverrechnet? 5. Was passiert, wenn ich den Drehtag verschieben muss? Wer bei allen fünf ohne Nachdenken antwortet, hat es schon gemacht.

Was es bei uns kostet

Wir verkaufen Video als laufende Sache, nicht als einmaliges Projekt. Der Grund ist einfach: Ein einzelner Film liegt nach vier Wochen im Archiv, und der Betrieb schaut wieder aus wie vorher. Drei Stufen, alle mit einem Drehtermin im Betrieb:

Die Mindestlaufzeit ist überall drei Monate, danach monatlich kündbar. Das steht hier, weil es die Zahl ist, die in Angeboten gern klein gedruckt wird. Drei Monate sind nicht willkürlich: Nach einem Drehtag hast du Material, nach drei Drehtagen hast du eine Handschrift.

Wenn du wirklich nur einen Film willst – ein Betriebsporträt, einen Werbeclip – geht das auch. Einzelne Filme gibt es ab € 1.490, mit Fixpreis nach dem Erstgespräch. Wer nach etwas Bestimmtem fragt: ein zusätzliches Reel kostet € 190, ein zweiter Kanal wie TikTok oder Facebook € 190 im Monat, ein Videokopf für die Website € 390. Alle Zahlen stehen auf der KIno-Seite, und sie stehen dort vor dem Gespräch, nicht danach.

Eine Sache, die wir lieber gleich sagen: Für Video und Marketing gibt es derzeit keine Förderung, auf die du dich stützen könntest. Stand November 2026 ist KMU.DIGITAL ausgeschöpft, und die Programme der WKO Oberösterreich sind ausgeschöpft oder geschlossen. Wer dir etwas anderes erzählt, hat in einen alten Blogartikel geschaut.

Und wenn der Drehtag nicht passt?

Noch eine Frage, die in dieselbe Kategorie fällt wie die Mindestlaufzeit: Was passiert, wenn du den Drehtag verschieben musst? Bei uns gilt: Termine vereinbaren wir flexibel, gern auch spontan. Kommt bei dir etwas dazwischen, machen wir einen neuen Termin aus.

Frag bei anderen Anbietern trotzdem nach. Für einen Drehtag halten sich zwei Leute einen halben oder ganzen Tag frei, und manche haben dafür eine Ausfallregel. Die gehört ins Angebot, nicht ins Kleingedruckte.

Wann du das nicht brauchst

Der ehrlichste Teil zum Schluss. Drei Fälle, in denen wir abraten:

Und wenn du unsicher bist, ob sich das überhaupt lohnt: Schau dir an, was du im letzten halben Jahr auf deinen Kanälen gepostet hast. Findest du nichts, ist das keine Frage der Technik, sondern der Zeit. Genau dort sitzt der Unterschied zwischen einem Videoabo und einer Kamera im Schrank.

Würde sich das bei dir auszahlen? Im kostenlosen 15-Minuten-Erstgespräch schauen wir uns deinen Betrieb an und sagen dir auch, wenn Video bei dir nicht der nächste Schritt ist. Jetzt Gespräch vereinbaren.

Übrigens: Die Bilder aus unserer Arbeit hängen auf datenstadl.at/fotografie.

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