Eine KI schreibt einen falschen Satz genauso flüssig wie einen richtigen. Das ist das ganze Problem. Man hört es dem Text nicht an, man sieht es ihm nicht an, und wer den Betrieb kennt, überliest die Stelle sowieso. Hier stehen die sechs Stellen, an denen es am häufigsten kippt, und zwei Fragen, mit denen du einen Entwurf in fünf Minuten durchgehst. Das funktioniert mit jedem Werkzeug und ganz ohne uns.
Ein Sprachmodell schlägt nichts nach. Es setzt fort. Es schätzt, welches Wort als Nächstes am besten passt, und macht das ein paar tausend Mal hintereinander. Weiß es etwas über deinen Betrieb, kommt eine brauchbare Zeile heraus. Weiß es nichts, kommt trotzdem eine Zeile heraus.
In dem Ding ist keine Stelle eingebaut, an der „das weiß ich nicht" steht. Deswegen klingt der ausgedachte Teil nie unsicher. Er klingt genau wie der Rest, oft sogar besser: runder und sicherer.
1. Zahlen ohne Herkunft. „30 Prozent mehr Anfragen." „Spart bis zu 70 Prozent der Zeit." Solche Sätze schreibt eine KI gern, weil sie in Werbetexten überall stehen. Wenn du nicht sagen kannst, woher die Zahl kommt, kann es der Text auch nicht. Raus damit oder belegen.
2. Preise, die nirgends stehen. An eine Stelle, wo im Text ein Preis hingehört, setzt ein Modell zur Not einen. Er sieht plausibel aus, weil er plausibel aussehen soll. Jede Zahl mit einem Eurozeichen gehört gegen deine eigene Preisliste gelesen, jedes Mal.
3. Ein zugesagtes Ergebnis. „Damit werden Sie gefunden." „So gewinnen Sie mehr Kunden." Niemand kann das zusagen, und im Gesundheitsbereich wird aus so einem Satz schnell ein Versprechen, das dort nichts verloren hat. Was du tust, darfst du beschreiben. Was dabei herauskommt, hängt nicht allein an dir.
4. Drei Themen in einem Text. Wenn der Beitrag von den Öffnungszeiten übers Team zur Rabattaktion springt, hatte er kein Thema. Das ist selten die Schuld der KI, meistens war der Auftrag zu weit. Ein Text, ein Gedanke.
5. Werbesprache mit Rufzeichen. „Jetzt sichern!" „Verpassen Sie nicht!" So redet niemand, der in einer Werkstatt steht. Lies den Text laut. Wo du dich fremd anhörst, hört sich der Kunde dich auch fremd an.
6. Die harten Fakten über dich selbst. Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Namen, Jahreszahlen, wer was macht. Genau das klaubt ein Modell aus dem Netz zusammen, und im Netz steht über die meisten Betriebe irgendwo noch ein alter Stand. Diese sechs Dinge prüfst du zuerst, weil sie dir Kunden kosten, wenn sie falsch sind.
Die erste ist „Woher hast du das?". Häng sie an jeden Satz, bei dem du hängen bleibst. Manchmal nennt das Werkzeug eine Quelle, manchmal nimmt es die Behauptung zurück. Beides sagt dir etwas. Aber Vorsicht: Auch eine genannte Quelle kann erfunden sein. Also anklicken, nicht nur anschauen.
Die zweite ist „Was spricht dagegen?". Ein Modell ist darauf gebaut, dir zuzustimmen. Diese Frage dreht es einmal um, und was danach kommt, sind oft genau die Einwände, die dir sonst der erste Kunde sagt. Vier Wörter, kein Aufwand, und der Unterschied ist deutlich.
Bei einem holprigen Satz auf der Startseite passiert nichts. Bei vier Sorten Text schon:
Preise. Termine und Fristen. Alles, was nach Recht klingt, und alles rund um Gesundheit. Ein falscher Preis steht auf deiner Seite, bis ihn jemand ausbessert, und bis dahin liest ihn jeder. Ein falscher Termin in einer Mail ist am selben Tag beim Kunden. Diese vier Sorten liest ein Mensch, bevor sie hinausgehen. Immer, auch wenn es eilig ist.
Bei uns steht das als Hausregel: Nichts Erzeugtes geht ungelesen raus. Rechtschreibprüfung zählt dabei nicht als gelesen.
Der meiste Blödsinn entsteht dort, wo das Werkzeug nichts weiß. Also gibt man ihm etwas zu wissen. Wir schreiben deshalb nie sofort los. Zuerst entsteht eine einzige Datei, in der steht, was über den Betrieb stimmt: Leistungen, Preise, Öffnungszeiten, wie man mit Kunden redet, und was auf keinen Fall behauptet werden darf.
Das ist eine langweilige Stunde Arbeit und ändert danach alles. Ein Modell mit einer solchen Datei erfindet die Preise nicht mehr, weil es sie hat. Und du prüfst hinterher gegen dieselbe Datei statt gegen dein Gedächtnis. Für den eigenen Betrieb zahlt sich das ab dem Moment aus, wo mehr als ein Text im Monat entsteht.
Wenn du deine Texte selber schreibst und die KI nur den letzten Schliff drüberlegt, ist deine Prüfung das Schreiben selbst. Da steht nichts drin, was du nicht gedacht hast.
Und wer im Jahr eine Handvoll Sätze veröffentlicht, braucht dafür kein Verfahren. Der liest halt zweimal drüber. Die Liste oben zahlt sich für die aus, bei denen jede Woche etwas hinausgeht.
Seit Anfang August greift der EU AI Act, und seither kommt die Frage oft. Für Werbe- und Betriebstexte gilt nach unserer Einschätzung keine Kennzeichnungspflicht, solange ein Mensch den Inhalt wirklich prüft und dafür geradesteht. Bei Bildern und Videos schaut es anders aus: Was ausschaut wie eine echte Aufnahme, legen wir offen. Was erkennbar Grafik oder Schrift ist, nicht.
Wir sind keine Anwälte, und das hier ist keine Rechtsberatung. Was in deinem Fall gilt, hängt davon ab, was du tatsächlich machst. Die Wirtschaftskammer berät ihre Mitglieder dazu kostenlos.
Wenn wir das übernehmen sollen: Genau so bauen wir die Hausredaktion aus BüroKI (€ 1.090) – zuerst die Wissensbasis über den Betrieb, dann die Beiträge, und hinaus geht ein Beitrag erst, wenn der Kunde auf den Knopf drückt. Wir setzen sie seit Juli 2026 im eigenen Betrieb ein; für einen Kunden haben wir sie noch nicht gebaut, das sagen wir lieber dazu. Im kostenlosen 15-Minuten-Erstgespräch schauen wir uns an, wo bei dir Texte entstehen und was davon jemand prüft.
Übrigens: Wie digital-fit ist dein Betrieb insgesamt? Der kostenlose 10-Punkte-Check „Ist Ihr Betrieb KI-reif?" zeigt es dir in fünf Minuten – als PDF, ohne Newsletter.